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Fw 190A - gelbe "9", "Roter Hahn"

Fw. Hannes Theiss, 6./ JG300

Hannes Theiss (roter Hahn) verstorben ...

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Wie man mir am 1.11.2006 telefonisch mitgeteilt hat, ist Hannes Theiss nicht mehr unter uns. Er ist für immer dem Himmel ein ganzes Stück näher gerückt. Umso mehr schmerzt mich dieser Verlust, da uns beide eine feste Freundschaft verbunden hat .... mehr noch - er war wie ein Großvater für mich, der gerne erzählte, immer ein Späßchen immer im Kopf und ebenso auch still zuhören konnte. Als eine starke und erfahrene Persönlichkeit zollten ihm seine Kameraden immer hohen Respekt.

Ich spreche den Angehörigen hiermit mein tiefempfundenes Beileid aus.

BOBO

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Gelbe 9 "Roter Hahn" Fw. H. Theis, 1945
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Fw. H. Theis, 1945  
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Fw. Hannes Theis war eine interessante Persönlichkeit des II./JG300. Als Fluglehrer, Wetterfrosch und Spieß hatte er eine Menge Geschichten zu erzählen und wurde durch seine nette und offene Art zu einem engen Freund.
Er flog in der 6. Staffel eine Fw 190A8, gelbe "9". Seine Maschine trug ein rotes Rumpfband mit gelben Gruppenbalken. Bisher war die Aufschrift an seiner Maschine umstritten. Wir hatten leider nur Bilder von H.Theis, die sehr schlechte Qualität hatte. Inzwischen ist aber sicher, dass er eine Aufschrift  "Roter Hahn" auf der linken Rumpfseite trug. Der Vogel als Abbild ist natürlich nicht richtig.

Fw. Hannes Theis konnte während seiner Dienstzeit beim JG300 10 anerkannte Abschüsse feindlicher Flugzeuge über Deutschland für sich verbuchen:
3x B-17G,
2x B-24,
4x P-51D,
1x P-47D

In einem Interwiev beantwortete Hannes bereitwillig meine Fragen:

Frage: Mit welchem Gefühl steigt ein Jagdflieger in sein Flugzeug?

Wir waren alle jung und schnell zu begeistern. Unsere einzige Sache war das Fliegen, mit der Maschine eins zu werden. Man fliegt dann nicht mehr mit dem Kopf, sondern das Gefühl kommt aus deinem Hintern. Wenn du dieses Gefühl erlebst, dann kannst du fliegen. Der eine hat’s, der andere hat’s nicht oder lernt es nie. Da spielt der Rang keine Rolle. Ich habe da Offiziere gesehen .... ich bin mit denen geflogen. Jeder Anfänger von der Fliegerschule hätte sich besser angestellt. Und es war für mich immer eine Genugtuung, wenn ich großmäuligen Offizieren des Stabes zeigen konnte, was diese an ihren Schreibtischen verbrochen haben. Mir sind dabei Namen in Erinnerung, die bei fast jedem Einsatz den Start abbrachen, weil das Funkgerät nicht funktionierte, oder weil Geräte wie der Kompass technisch nicht einwandfrei funktionierten. Bis wir einfach mal das Gerät ganz ausgebaut haben, mit dem Ergebnis, dass er es nicht einmal bemerkte.
Frage: Was empfindet ein Jagdflieger, wenn er einer Übermacht gegenübersteht und zu einem erfolgreichen Angriff kommt? Ist er dann in Siegerlaune?
Siegerpose, so ein Unsinn, die Wochenschauen zeigten genügend solcher heroischen Flieger. Ich kann nur sagen, dass mir oft ziemlich schlecht und übel war, wenn ich einen solchen Angriff lebend beendet habe. Da ist einem der Erfolg erst einmal ziemlich egal. Ich kannte genügend junge Flieger im Range eines Leutnants, die nur darauf aus waren, mit aller Macht einen Abschuss zu erzielen. Und am Ende wurden für diese „Elite“ Beileidsbriefe verschickt, weil diese Draufgänger einfache Grundregeln nicht beherrschten. Ich erinnere mich daran, dass junge Flieger zu mir geschickt wurden, damit man ihnen das Fliegen erst einmal beibrachte. Und geschimpft haben sie, weil ich sie angeblich nur schikaniere. Mit nur 18 Jahren wollten diese jungen „Pimpfe“ fliegen und Bomber abschießen, obwohl sie noch nicht einmal trocken hinter den Ohren waren. Und ich habe versucht diesen Fliegern das Überleben beizubringen. Was am Himmel los ist, konnte ich ihnen nicht zeigen, aber Disziplin, Ordnung und das Beherrschen des Flugzeuges im Verband konnte ich ihnen schon einbläuen. Das gab es einmal einen Hptm. Seidwitz, der sich auch meiner Ausbildung anschloss. Ich habe ihn einfach als Nummer vier eingewiesen. Und jeder Flieger meldete sich nach dem Übungsflug vorschriftsmäßig bei mir ab: „ Nr.1,2,3 ..meldet sich vom Übungsflug zurück, keine Vorkommnisse“ ... Aber Hauptmann Seidwitz tat dies mir gegenüber - dem Staffelführenden eben nicht. Kurze Zeit später meldete er sich wieder zu einem weiteren Übungsflug. Da konnte ich nicht umher zu antworten, er sei ja gar nicht da! Ein Grinsen in den anderen Gesichtern war zu sehen. „Das nächste Mal wieder, aber heute nicht“ war meine Antwort. Disziplin ist wichtig, egal welchen Rang man hat.

 

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