ISSN 1864-5682


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Fw. Richard Hans Welk, 4./ JG300

ein Flieger der I./JG300 4.Staffel!

... bisher unbekannter Jagdflieger der 4. /JG300

*07.01.1917 ... +12.04.1945

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Wieder einmal erreicht mich eine eMail von einem Hinterbliebenen, der die Geschichte seines Großvaters entdeckte und mir dazu einige Informationen hinterließ. Ein Mosaikstein in der Geschichte zum JG300 und ein weiterer Beweis, dass diese Geschichte noch nicht zu Ende geschrieben ist.

Die Dokumente sprechen für sich, wie dieses Schicksal eines Jagdflieger der 4./ JG300 endete.

Abschrift vom Auffinden des Feldwebel 1946

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Polizei-Sonderkommando
Puttgarden a/ Fehm.
63. Pol.Abteilung

Puttgarden a./ Fehm. den 5.5.46

An die
63. Polizei-Abteilung
in Heiligendamm i.H.

Betrifft: Auffinden einer männlichen Leiche am Ostseestrand in Puttgarden a./ Feh. i.H.

Am 4.5.1946, gegen 21.00 Uhr, teile mir der Ortvorsteher Christian Plath in Puttgarden a./ Fehm wohnhaft, mit, daß in der Feldmark Puttgarden am Ostseestrand eine männliche Leiche gefunden worden ist. Die sofort angestellten Ermittlungen ergaben folgendes;
Vor meinem Eintreffen am Fundort hatten der Zollbeamte Hans Schröder aus Puttgarden die Leiche vom Sand frei gemacht, so das eine Begutachtung derselben möglich war. Der Tote lag in einem Loch, welches die Ausmaße von 1,80m Länge und die Tiefe vom 0,50cm aufwies. In diesem Loch hatte nach Aussage des Zollbeamten Schröder die Leiche gelegen. Wie mir Schröder angab, hat er selber die Leiche aus dem Loch herausgezogen. Mit Bestimmtheit nehme ich an, daß der Feldwebel Welk während der Kriegshandlungen gefallen und von Kameraden oder Wehrmachtsangehörigen flüchtig beerdigt worden ist.
Der Tote war mit einer deutschen Fliegerkombination bekleidet, welche die Rangabzeichen eines Feldwebels der ehemaligen deutschen Luftwaffe hatte.
Nach Befund des herangezogenen Arztes Brunk aus Burg a/ Fehm. hat die Leiche mindestens 1/2 bis 3/4 Jahr in der Erde gelegen. Bei der Durchsuchung des Toten habe ich folgende Sachen vorgefunden:
1 Leuchtpistole, 1 Armbanduhr, 294 RM. Bargeld, in Reichsbanknoten, 1 Verwundetenbesitznachweis, 1 Soldbuch, mehrere Fotografien und 1 Erlaubnisschein zum Führen von Flugzeugen. Die Erkennungsmarke wurde beim Toten nicht vorgefunden. Die aufgefundenen Sachen werden dem Vorgang beigefügt.
Wie ich aus den Papieren des Toten ersehen haben, handelt es sich um den Flugzeugführer der ehemaligen deutschen Luftwaffe, Feldwebel Hans Welk. Weiter geht aus den Papieren hervor, daß Welk in Cottbus, Zimmerstraße Nr.21 wohnhaft gewesen ist. Aus dem Soldbuch habe ich festgestellt, daß seine Ehefrau Susi, geborene Helmis, in Esperstedt. Kr. Kyffhausen, Straße der SA Nr.115, wohnhaft war.
Die Leiche wurde vorläufig von mir beschlagnahmt und durch den Orstvorsteher Plath nach Bannersdorf a/ Fehm. überführt. Die Freigabe der Leiche wurde tel. beim Amtsgericht in Oldenburg beantragt. Nach Freigabe derselben wird diese auf dem Friedhof in Bannersdorfa/ Fehm. beigesetzt.

Gez.
Max Reimer
Hauptw. der Polizei

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Wird später fortgesetzt!

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