ISSN 1864-5682

  

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Nachtjagdversuchkommando Herrmann

Idee und Scheitern

Bf109F Nachtjagd.jpg

Bf 109F beim NJVK Herrmann

Die Idee:
Oberst Hans-Joachim Herrmann erkannte frühzeitig die schwächelnde mehrmotorige deutsche Nachtjagd. Er schlug dem kommandierenden General der Nachtjäger Josef Kammhuber vor, Tagjäger in einem eigens entwickelten Verfahren direkt über den Eindringlingen der RAF operieren zu lassen.

Mit Unterstützung der Scheinwerfereinheiten und der Flak sollten die Feindflugzeuge angestrahlt werden, bzw. die Wolken, so dass sich die RAF-Flugzeuge deutlich davon abhoben.

Ende Juni 1943 wurde in Deelen der Stab / NJVK Herrmann eingerichtet. Die ersten freiwilligen Einsätze und die Ausbildung wurde durch erfahrene Bomberpiloten und  erfahrenen Blindflug-Ausbildern durchgeführt, um die Idee Major Herrmanns in der Praxis zu testen. Die Tagjäger in der Anfangszeit besaßen keine zusätzlichen Geräte für die Nachtjagd, so dass die Einsätze nur von erfahrenen Piloten durchzuführen waren und selbst das war noch ein Risiko.
 

Als die britische Royal Air Force am 25. Juli 1943 die Operation Gomorrha startete, entschloss man sich dann doch, diese Art der ungeführten einmotorigen Nachtjagd durch die Geschwader JG300, 301 u. 302 auszuprobieren und entsprechend einzusetzen.
Es wurden dafür Fw 190A und Bf 109G ohne zusätzliches Equipment für den Nachtjagdeinsatz verwendet, die man sich aus Mangel an Ausrüstung als Aufsitzergruppen von der Tagjagd des JG11 und JG1 "ausgeliehen" hat. Im Ergebnis wurde die Kampfkraft der JG1/11 dadurch geschwächt, da die Maschinen aus der Nachtjagd kommend als unklar gemeldet und/ oder in "Wilder Sau-Zustand" hinterlassen wurden.

Fw 190A-2 des NJVK Herrmann

Aus der Anfangszeit gibt es leider nur sehr wenige Fotodokumente. Diese Fw 190 A-2  "CM+CK" mit der WNr. 312 wurde dem Nachtjagdversuchskommando Herrmann zugeteilt, um das nächtliche Abfangen von RAF-Bombern und Moskitos durch einmotorige Jäger zu erproben, die von Brandenburg-Briest aus über Berlin operierten - auf Basis der sogenannter " Wilde Sau'-Taktik. Eine früheres Fotodukument von Ofw. Hans Müller (NJVK/ JG300/ JG302/ JG301) gab es vom hinteren Teil dieser Maschine mit den  „Wilde Sau“-Piloten, Ofw. Hans Müller, Unbekannt, Ofw. Josef Wirth.

 

Die ersten vier Bilder zeigen die Maschine, die anscheinend, Ofw. Müller flog und dabei von der Flak beschossen wurde. Er konnte die Maschine nur mit großer Mühe notlanden.

 

Laut Flugbucheintragungen von Fw. Hans Müller, der im April 1943 zum Nachtjagdversuchskommando „Herrmann“ kam, wurden u.a. Flugzeuge Fw 190A-3/4 mit folgenden Stammkennzeichen beim JG 300 benutzt:

 

Me 109B BV+EQ

(hier ein ähnliches Stammkennz., wahrscheinlich von einer Fliegerschule?)

Me 109G BH+XS, BH+XO, BH+XS, BH+XU,

Nach einigem Suchen fand ich auch ein Foto der Bf 109G-4 BH+XO (Wnr.: 19311). Zählt man nun das Alphabet weiter bis „XS“ und „XU“, erhält man die Wnr.: 19315 und 19317. Stammkennzeichen wurden oft blockweise vergeben, ebenso die fortlaufenden Fabriknummern. Diese Flugzeuge wurden im Werk Wiener Neustadt gebaut.

Fw 190A2 CM+CK (Wnr: 312)

Fw 190A3 RP+IK

Fw 190A5 RP+IP, RP+IO, RC+TZ (Wnr. 55426)

Fw 190A GO+LL, CF+QW, BQ+OY, BQ+OQ, RP+IW, RP+IL, RP+IW, VL+DZ

 

Bis Anfang May 1943 wurden beim NJ.V.K. „Herrmann“ ca 12. Fw 190A und 2 Me 109 benutzt, die alle in Berlin-Staaken stationiert waren.

CM+CK A2 1.jpg

Notlandung CM+CK

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Notlandung CM+CK

CM+CK A2 2.jpg

Notlandung CM+CK

CM+CK A2 4.jpg

Notlandung CM+CK

Fw190-CM-CK.png

Fw. Hans Müller, Unbekannt, Ofw. Josef Wirth

HansMüller-2.jpg

Hans Müller 2003 in Berlin Gatow

Bf109G-6 BH+XO.jpg

BH+XO; Bf 109 G-4; W.Nr.19311, NJVK Herrmann

Bf109E BV+ES.jpg

Bf 109B BV+ES, NJVK Herrmann?

Bf 109G mit Blindflug- Antennenalage

JG300 oder JG3?

Man beachte die Blinflug- Antennenanlage unter dem Rumpf......eine Bf 109G-6 mit Blendschutz über den Auspuffstuzen. Die Maschine ist mit MG 151-Kanonen bewaffnet....soll angeblich dem JG300 oder JG3 zugeordnet sein. Wer weiß mehr zu diesem Stamm-Kennzeichen?

Bf109G-a.png
Bf109G-b.png
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